Die Ergebnisse der Studie der Uni Stuttgart, die das Verbraucherministerium diese Woche präsentiert hat, hier auf einen Blick:

  • Gesamtmenge des deutschen Lebensmittelmülls: knapp 11 Millionen Tonnen
  • Privathaushalten produzieren pro Jahr 6,7 Millionen Tonnen Lebensmittel. Das sind 61 Prozent der gesamten Lebensmittelabfälle.
  • Im Durchschnitt wirft jeder Bundesbürger pro Jahr 81,6 Kilo Lebensmittel weg.
  • 47 Prozent der Lebensmittelabfälle in deutschen Haushalten wären vermeidbar, weitere 18 Prozent teilweise vermeidbar.
  • Den Hauptanteil der vermeidbaren und teilweise vermeidbaren Lebensmittelabfälle machen Gemüse (26 Prozent) und Obst (18 Prozent) aus, gefolgt von Backwaren (15 Prozent) und Speiseresten (12 Prozent).
Wer erzeugt den Lebensmittelmüll?
Wer erzeugt den Lebensmittelmüll?

Die Handlungsempfehlungen wirken dann eher hilflos. Die Studie setzt im Wesentlichen auf die Optimierung von Prozessen in Verarbeitung und Handel, also auf die Bereiche in denen (auch nach den Zahlen der Studie) der Markt schon für vergleichsweise effizientes Arbeiten sorgt. Da wo der Markt versagt, enden auch die Handlungsempfehlungen: Bei einem Überfluss von billiger „1a”-Ware, kann es sich kein Martkteilnehmer erlauben „1b”-Ware (Schalenfehler, nicht optimales MHD, Brot vom Vortag, …) zu kaufen oder verkaufen. Das Aussortieren von scheinbar zweitklassigen Lebensmitteln setzt sich im Kühlschrank des Verbrauchers fort und führt zu einem Widerspruch von Pfennigfuchserei im Einkauf und Großzügigkeit bei der Entsorgung, die nicht nur die Autoren der Studie sprachlos macht.

Schön ist der konstruierte Zusammenhang zwischen Müllvermeidung und Regionalität von Lebensmitteln. Der erste Ratschlag der Studie für den Handel ist: “Die Aufnahme von regionalen Produkten ins Sortiment verkürzt nicht nur die Transportwege, sondern erfreut sich auch großer Beliebtheit bei den Kunden.”

Vermeidung von Lebensmittelabfällen?

Das Ministerium sagt: „Die Regionalvermarkter zu stärken bedeutet: kürzere Transportwege, weniger Transportschäden, weniger Verlust.” Bloß Transportschäden tauchen in der Studie gar nicht als wesentliche Ursache für Lebensmittelmüll auf…
Der Best-Practice-Katalog ist leider nur in der Langfassung enthalten, die im Netz (noch) nicht zu finden ist. Am 27. März 2012 sind Experten aus Industrie, Handel, Gastronomie und Landwirtschaft sowie Verbraucherschützer, Vertreter von Kirchen und NGO’s vom Ministerium zu einer Fachkonferenz eingeladen.

Studie: Faktenblatt, Kurzfassung