Wirtschaftsförderung konzentriert sich oft auf High-Tech-Industrien – weniger schick scheint die Lebenswirtschaft zu sein. Wieso eigentlich? Westliche Metropolen erleben gerade eine Renaissance des Lebensmittelhandwerks: Es sind keine klassischen Existenzgründungen, die da entstehen. Die New Food Economy wird von hippen Start-ups geprägt: Junge Quereinsteiger aus allen Richtungen, online gut vernetzt, oft über Crowdfunding finanziert machen sich auf um gute Lebensmittel zu produzieren, zu handeln oder zu verarbeiten. Mittlerweile ziehen Karawanen von Food Trucks von Street-Food-Festival zu Street-Food-Festival, entstehen handwerkliche Brauereien in vielen Ecken Deutschlands, werde völlig neue Formen des Lebensmitteleinzelhandels entwickelt.

Wayne Roberts, kanadischer Ernährungsrat-Pionier, hebt in seinem aktuellen eBook „Food for City Building“ die Bedeutung dieser neuen Lebensmittelwirtschaft für städtische Ökonomien hervor. Seine Argumente für die New Food Economy stellt Speiseräume hier in der Zusammenfassung vor.

8 gute Gründe für die Unterstützung der New Food Economy

New Food Economy
Wayne Roberts: Food for City Building
  1. Die Lebensmittelwirtschaft ist nicht krisenanfällig: Selbst wenn das Geld knapp wird, versuchen die Menschen an ihren Ernährungsgewohnheiten festzuhalten.
  2. Auch wenn die Herstellung von Lebensmitteln industrialisiert ist, alle Aspekte der Produktion sind (hand-) arbeitsintensiv.
  3. Die New Food Economy hat niedrige Einstiegshürden für Gründer, sie bietet sich daher für Start-ups an.
  4. Die Lebensmittelwirtschaft braucht viele verschiedene Berufe mit einer großen Bandbreite an Qualifikationen – und bietet daher für viele Menschen Berufsperspektiven.
  5. Die große Anzahl an Teilzeit- und befristeten Berufen sind eine Art Stütze im Hintergrund für Jobs in kreativen Branchen. “The food industry is where creatives work while preparing and waiting for their big break.” In jedem Fall schafft eine florierende New Food Economy ein städtisches Umfeld, in dem sich auch High-Tech- und kreative Branchen wohl fühlen.
  6. Die wahren Kosten von nachhaltigen Lebensmittel sind im Vergleich zu den wahren Kosten von billigen Lebensmittel gering – wenn man Umweltschäden und Gesundheitskosten miteinbezieht
  7. Regionale Landwirtschaft und regionale Lebensmittel haben einen Trumpf: Lokale Lebensmittel sind oft frischer und geschmackvoller als Lebensmittel, die schon eine lange Reise hinter sich haben.
  8. “Food offers few opportunities for fast and easy bucks to be made— perhaps the reason why it’s not favored by flashy and gambling types with a quick money scheme, but a good feature for people who prefer living in stable, cohesive and democratic communities.”

Buchtipp

Roberts, Wayne (2014): Food for City Building. A Field Guide for Planners, Actionists & Entrepreneurs. Cork: BookBaby. Für unter 5 € bei Sellfy und den üblichen eBook-Plattformen.