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Rent a Landwirtschaft: Community Supported Agriculture

by Philipp Stierand on 6. November 2009

Was wäre, wenn man sich seine Lebensmittel nicht kauft, sondern sich eine Landwirtschaft mietet und sie dort produzieren lässt? Als Community Supported Agriculture (CSA) bezeichnen sich Wirtschaftsgemeinschaften zwischen Landwirten und Verbrauchern. Auf der Suche nach neuen Absatz- und Finanzierungswegen treffen Landwirte auf Verbraucher mit dem Wunsch nach guten, gesunden, regionalen Lebensmitteln. Die Modelle dieser Kooperationen sind vielfältig, das wichtigste Prinzip bleibt gleich: Verbraucher beteiligen sich (im Voraus) an den Kosten der Landwirtschaft und erhalten dafür deren Produkte. So entsteht eine enge Verbindung zwischen Landwirtschaft und den Mitgliedern, zwischen Erzeugung und Verbrauch.

Der wesentliche Unterschied zu ähnlichen Vermarktungsmodellen ist, dass CSA entsprechend der Definition von Vermarktung im Grunde keine Vermarktungsform […] ist: Die Mitgliedsbeiträge finanzieren die Landwirtschaft unabhängig von den Produkten. Diese werden nicht auf dem Markt angeboten bzw. vermarktet, sondern werden ohne Preis an die Mitglieder verteilt. Die einzelnen Lebensmittel verlieren so ihren Preis und erhalten ihren Wert zurück. (Kraiß/Van Elsen 2008: 187)

Die Idee des CSA ist in den 1980er Jahren aus Europa in die USA übergesprungen. Der Amerikaner Vander Tuin besuchte biodynamische Höfe in der Schweiz und in Deutschland. Entstanden war das Konzept dort in den 1960er inspiriert von den Ideen Rudolf Steiners. Zeitgleich aber unabhängig davon entstanden ähnlichen Modellen in Japan. Vander Fall gründete zurück in den USA mit einigen Mitstreitern die Indian Line Farm, neben der Temple-Wilton Community Farm, einer der Keimzellen der amerikanischen CSA Bewegung (vgl. McFadden).

Die Bezeichnung des CSA findet in Deutschland kaum Verwendung, Wirtschaftsgemeinschaft ist nur einer der deutschen Begriffe. Nach Kraiß/Van Elsen 2008 gibt es im Moment 9 CSA Höfe in Deutschland:

Die Höfe haben zwischen 7 und 300 Mitglieder und bewirtschaften zwischen 5 und 150 ha. Die im Vergleich zu den USA geringe Verbreitung von CSA erklären Kraiß/Van Elsen (2008: 187) mit unzureichender Förderung aber auch mit einer größeren Vielfalt an alternativen Modellen des Einbezugs von Verbrauchern in die Landwirtschaft: „Dazu zählen Landwirtschaftgsgemeinschaften mit gemeinnütziger Trägerschaft, Gemüseselbsternte-Angebote bis hin zu multifunktionalen Dienstleistungen.“ (Kraiß/Van Elsen 2008: 187)

OrganicNation.tv über Community Supported Agriculture

Titelbild

Basil box from Chicago’s City Farm, CC by OrganicNation

Quellen

Katharina Kraiß/Thomas van Elsen (2009): Landwirtschaftliche Wirtschaftsgemeinschaften (Community Supported Agriculture, CSA) – ein Weg zur Revatalisierung des ländlichen Raumes? In: Rainer Friedel/Edmund A. Spindler: Nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume. Wiesbaden. Amazon.
Steven McFadden: The History of Community Supported Agriculture, Part I Community Farms in the 21st Century: Poised for Another Wave of Growth? Rodale Institute

Filmtipp

Farmer John – Mit Mistgabel und Federboa (2005) Amazon.


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