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International Planning Studies: “The rise of urban food planning”

by Philipp Stierand on 5. Februar 2013

In der Gestaltung städtischer Ernährungssysteme hat, so der Cardiffer Planungsprofessor Kevin Morgan, die Stadt- und Regionalplanung begonnen eine aktive Rolle einzunehmen. Sie versuche neue und nachhaltigere Ernährungssysteme zu schaffen, die mit gesellschaftlichen Zielen wie Gesundheit, Ökologie und soziale Gerechtigkeit im Einklang stehen. Die Zeitschrift „International Planning Studies“ wird zu dem Thema ein zweites Schwerpunktheft herausgeben, die Artikel zum Thema „Urban Food Planning“ stehen bereits online.

In einem der Aufsätze untersuchen Brent Mansfield und Wendy Mendes kommunale Ernährungsstrategien und integrierten Ansätze zur Förderung der urbanen Landwirtschaft an drei Beispielen.

Sie stellen fest, dass Ernährungspolitik lange ein Thema der nationalen oder globalen Ebene war, sich dies aktuell aber ändere. Eine steigende Anzahl von Städten abeitet an kommunalen Antworten auf Themen der Ernährungssicherheit und des Ernährungssystems. Zu diesen Antworten gehören städtische Farmen, Gemeinschaftsgärten, Märkte, urbane Hühnerhaltung, Hobbyimkerei, Gemeinschaftsobsthaine, Gemeinschaftsküchen, Anti-Hunger-Programme und Ernährungsräte.

Viele Städte im globalen Norden – wie Vancouver, Victoria, Toronto, Ottawa, Seattle, Portland, San Francisco, Philadelphia, Madison, Baltimore und New York – haben relevante Ansätze in der Ernährungspolitik. Stadtplaner, Architekten und Landschaftsplaner sehen das Ernährungssystem mittlerweile als legitimen Bestandteil ihrer Arbeit.

 A municipal food strategy is an official plan or road map that helps city governments integrate a full spectrum of urban food system issues within a single policy framework that includes food production (typically referred to as urban agriculture (UA)), food processing, food distribution, food access and food waste management. A food strategy builds upon the work already underway to improve urban food systems, creates links between policies, integrates new ideas, addresses gaps, and creates a vision for the future. Not only do food strategies coordinate and integrate ‘stand-alone’ food policies, they also embed them within broader sustainability goals.

Die Autoren vergleichen die Ernährungspolitiken von London, San Francisco und Toronto. Ohne hier auf die Ergebnisse eingehen zu wollen, greifen Brent Mansfield und Wendy Mendes in ihrem Fazit die Diskussion auf, ob Ernährungspolitik ein lokales Thema sein könne. Repräsentiert das Thema Ernährung einen neuen Ära der kommunalen Politik und einen Präzedenzfall für dessen neue Reichweite? Oder sind Kommunen auf lange Sicht damit überfordert, komplexe Ernährungspolitik zu betreiben? Auf jeden Fall würden die neuen Ansätze in Städten entstehen, in denen heute die Mehrheit der Weltbevölkerung lebt, in denen es keine direkte Institution gibt, die für Ernährung zuständig ist und in denen trotzdem die meisten Münder zu füttern sind.

Quelle

Brent Mansfield & Wendy Mendes (2012): Municipal Food Strategies and Integrated Approaches to Urban Agriculture: Exploring Three Cases from the Global North, International Planning Studies, DOI:10.1080/13563475.2013.750942
Kevin Morgan (2012): The Rise of Urban Food Planning, International Planning Studies, DOI:10.1080/13563475.2012.752189

Titelbild

Hamburger, Sandwiches, Chinese Food, CC by David Gallagher

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