Regionale Lebensmittelversorgung hat viele Vorteile, doch reicht sie für eine resiliente Versorgung von Städten aus? In einem Essay beantwortet Pay Drechsel diese Frage mit einem klaren Nein. Die Region dürfte nicht der alleinige Versorger von Städten sein. Die Lebensmittelversorgung auf ein paar Hochhäuser mit vertikalen Farmen oder die Landwirtschaft in der unmittelbaren Umgebung aufzubauen, sei einfach zu riskant.

“Instead, planning for resilient food systems in cities of the future will require a holistic perspective. Focusing on diversity – including diverse sources, actors, means of transportation and more – may be the first step toward reliably securing food for growing urban populations in the face of climate change. As we head for a world with many more mouths to feed, variety may be more than just the spice of life – it may be its bread and butter too.”

Megatrend Selbstversorgung

Am 23. März 2017 lädt das D4 Business Village Luzern zu einer Podiumsdiskussion zum “Megatrend Selbsterversogung” ein.  Diskutieren werden die grüne Politikerin, Gemeinderätin und Tochter von Biobauern Christine Badertscher, die Geographin und Publizistin Dr. Monika Jäggi und der Ökonom und Soziologe Prof. Dr. Isidor Wallimann.

“Die Sensibilisierung für globale Umweltprobleme, die Nahrungsmittelproduktion und Ressourcenkrisen haben zu einer öffentlichen Diskussion überdie Frage geführt, wie und wo Lebensmittel heute und in Zukunft erzeugt werden sollen. Wie sieht diese Zukunft mit einer Erwerbslandwirtschaft aus,die zunehmend auch in den Städten und Metropolregionen Fuss fasst? Was steckt hinter dem gegenwärtigen Selbstversorgungsboom? Wie ist der neueTrend der Urban Agriculture und des urbanen Gardenings aus der Perspektive der gesamten Agro-Food-Wertschöpfungskette einzuschätzen? Kann urban-landwirtschaftliche Produktion in Industrienationen wirtschaftliche Tragfähigkeit erlangen bzw. einen wichtigen Beitrag an ein nachhaltiges Landmanagement leisten?”

Programm
17.15 Uhr: Begrüssungsdrink und Abgabe der Namensschilder
17.30 Uhr: Begrüssung der Gäste durch Bruno Kunz, Leiter D4
17.40 Uhr: Podiumsdiskussion “Megatrend Selbstversorgung: Was bringen Urban Farming und Urban Gardeningder Umwelt und Gesellschaft?” unter Einschluss von Fragen aus dem Publikum
Moderation: Dr. phil. René Stettler
19.00 Uhr: Apéro riche
20.30 Uhr: Ca. Ende der Veranstaltung

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Auf dem Werkstattgespräch “München auf dem Weg zur Ernährungswende” am 30.03.17 in München soll das Thema Ernährungsrat aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden. Idee ist es die Ernährung zum Thema kommunaler Politik zu machen.

“Das ist u.a. das Ziel des „Projektes Ernährungswende“, das vom Berliner Institut für Welternährung gemeinsam mit dem Umweltbundesamt jetzt auf den Weg gebracht wurde.  Eingeladen sind Vertreter von Verbänden, Handel, Gastronomie, Politik, Landwirtschaft, Handwerk, Forschung und alle an einer Ernährungswende Interessierten. Bei dieser Veranstaltung haben Sie die Gelegenheit, sich zu informieren, engagieren und mit anderen Interessierten zu vernetzen.”

Veranstaltung: München auf dem Weg zur Ernährungswende – Lokal statt Global
Wann: Donnerstag, 30.03.2017, von 15:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Wo: GLS Bank Filiale München, Bruderstr. 5a, 80538 München
Anmeldung über IWE

Für das Magazin Politico haben sich Olivier de Schutter und Carlo Petrini mit der Europäischen Agrarpolitik CAP auseinandergesetzt. Ihre Forderung: Europa braucht keine Landwirtschaftspolitik, es braucht Ernährungspolitik. Die EU dürfte sich nicht darauf beschränken zu diskutieren, welche Subventionen zu welchen Landwirten gehen, sondern müsste viel größer denken. Ernährungspolitik könnte ein Startpunkt für die Lösung vieler europäischer Krisen sein.

“Sustainable food systems can underpin a new economic vision, one in which creative solutions are provided to long-term problems, in which a circular economy and green jobs are more than just rhetoric, and in which the costs of supporting decent jobs and public health are weighed up against the price of inaction. European democracy can be re-energized by giving people a say in the things they most care about. We can start with what they put on their plates.”

Lesetipp!

Nachdem die AESOP Food Planning Konferenz in 2016 ausfallen musste, gibt es jetzt für 2017 einen Veranstaltungsort, ein ungefähres Datum und einen Call of Paper! Anfang November trifft sich die AESOP-Gruppe im britischen Coventry unter dem Titel: “Re-imagining sustainable food planning, building resourcefulness: Food movements, insurgent planning and heterodox economics”.

“In this conference we look for contributions that valorise and bring to the fore the multiplicity of marginal, residual, heterodox or unheard experiences, policies, concepts and practices that are already creating new worlds in innovative and socially just ways, and/or bear the potential of becoming building blocks of sustainable food planning for a resourceful, agroecological, urbanism. We are also interested in critical contributions that reflect on how current mainstream approaches to food production, food strategies and urban agriculture can be/are being radically transformed into tools for resourcefulness”

Konzepte für Konferenz-Beiträge können bis Anfang April eingereicht werden.

Die Doktoranten-Gruppe der AESOP “Sustainable Food Planning Group” veranstaltet vom 23. bis 24. März 2017 einen PhD-Workshop in Berlin. Das Thema der zweitägigen Veranstaltung: “Making, Measuring, and Rethinking Sustainable Food Systems”. Die einleitende Keynote wird Katrin Bohn halten.

“Sustainable food planning is gaining attention and relevanceamong urban planners, landscape architects, policy makersand researchers around the world. As many successfulworldwide approaches have already demonstrated, theintegration of food issues into the policy and planning agendahas the potential to improve urban livelihood, design resilient cities and fulfil multiple social, ecological and economical functions. We think that young professionals and PhDsstudents have a major role to play in such renewal ofplanning practices and thinking.”

Der Workshop ist kostenlos. Weitergehende Informationen per Dropbox-Download: Program | Registration form | Short paper template

Am 11. und 12. September 2017  veranstaltet die Grüne Liga Berlin eine internationale Urban-Farming-Konferenz in Berlin. Die Konferenz will einen fachlichen Austausch zwischen Projekten der urbanen Agrikultur weltweit ermöglichen. Ein Schwerpunkt ist dabei die Unterstützung der Gärten und Initiativen durch Kommunen und die Anregung kommunaler Partnerschaften zwischen Städten im globalen Süden und in Deutschland.

Call for Paper

Experten und Aktivisten sind herzlich eingeladen, Beiträge für die Konferenz in Berli einzureichen.
Beiträge können zu den folgenden vier Panels der Konferenz eingereicht werden:

  • Ernährungssicherheit und Ernährungssouveränität
  • Klima und Umwelt
  • Recht auf Stadt / Zugang zu Ressourcen / Lokales Wirtschaften
  • Bildung / Empowerment / Qualifizierung

Projektbeiträge mit kommunalpolitischem Bezug – insbesondere zu Partnerschaften zwischen dem Globalen Norden und Globalen Süden – werden besonders berücksichtigt.

Kontakt über urbanfarming@grueneliga-berlin.de

In einem Aufsatz in der GAIA vergleicht Lukas Fesenfeld die Ansätze der Ernährungspolitik in Zürich, München und Nürnberg. Unter die Lupe genommen hat er 13 Stadtratsbeschlüsse zur nachhaltigen Gemeinschaftsverpflegung, die  zwischen 2003 und 2014 verabschiedet wurden. Fesenfeld untersucht die politischen Rahmbedingungen dieser Entscheidungen und diskutiert Unterschiede in Zielsetzung und Umsetzung.

“Based on theory-building process-tracing, I argue that the variation in the degree of adoption and implementation success of long-term policies can be explained by five policy process and design features:
1. deliberative and corporatist governance mechanisms,
2. a high level of central coordination for crosscutting policy implementation,
3. involvement of decision-makers in policy networks,
4. strong use of evidence-based instruments,
5. bundling of short-term and long-term benefits.”

Als Fazit empfiehlt Lukas Fesenfeld u.a. die Einrichtung von Ernährungsräten. Mit ihnen könnten die Maßnahmen im Bereich der Gemeinschaftsverpflegung in ganzheitliche Ernährungsstrategien eingebunden werden, Wissen ausgetauscht werden und die Unterstützung durch andere Akteuren gesteigert werden. Zusätzlich könnten Ernährungspolitik-Koordinatoren in der Verwaltung die Arbeit im komplexen Ernährungsthema erleichtern und unterstützen.

Artikel: Fesenfeld, Lukas P. (2016) Governing Urban Food Systems in the Long Run: Comparing Best Practices in Sustainable Food Procurement Regulations, GAIA – Ecological Perspectives for Science and Society, Volume 25, Number 4, 2016, pp. 260-270(11). Download bei Nahhaft.

In einem Essay in der Süddeutschen Zeitung beschreibt Silvia Liebrich die sich verhärtenden Fronten in der Auseinandersetzung um die richtige Landwirtschafts- und Ernährungspolitik. Ihre Einschätzung: Das ist gefährlich.

“Die Gegner müssen sich wieder näherkommen und gemeinsam eine Vision für eine Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie entwickeln, die umweltfreundlich und verbrauchergerecht ist, aber Erzeugern gleichzeitig auch ein gutes Auskommen sichert. Diese Herausforderungen sind gewaltig. Aufgabe der Politik ist es, für einen gesellschaftlichen Interessenausgleich zu sorgen und ein Leitbild für die Zukunft der Ernährungswirtschaft zu entwickeln, das dann entschlossen umgesetzt wird. Der Markt allein wird es nicht richten, die Leitplanken muss die Politik setzen, auch mit verbindlichen Regeln und Gesetzen.”

Die Regionalbewegung NRW bietet am 8. Februar in Recklinghausen in Zusammenarbeit mit der Natur- und Umweltschutzakademie eine Veranstaltung zum Thema “Nachhaltige regionale Vermarktung – auch eine Chance für unsere Region?” an.

“Der Aufbau einer nachhaltigen Regionalvermarktung mit für den Verbraucher nachvollziehbaren Qualitätskriterien und Konzepten bietet viele Chancen für die Entwicklung von Regionen, für eine Förderung der Biodiversität vor Ort und für den Erhalt landwirtschaftlicher Betriebe. Der Workshop legt einen Focus auf die Entwicklung von regionalen Vermarktungsstrategien, die im Rahmen förderbarer Aktivitäten in LEADER-Regionen umgesetzt werden können, zeigt aber auch andere Modelle, die förderunabhängig außerhalb von LEADER-Regionen aufgebaut werden können. Das Seminar richtet sich daher an Akteure aus den  LEADER-Regionen aber auch an Interessierte aus anderen Bereichen und Regionen.”
Infoflyer bei der Regionalbewegung

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