Auch in Wuppertal entstehen seit einigen Jahren neue, gemeinschaftliche Gartenformen als ein Teil der internationalen urbanen Gartenbewegung. Designstudenten der Bergischen Universität haben als gemeinsames Dach der Wuppertaler Gemeinschaftsgärten die Marke „Grüne Beete“ entwickelt.

Der Verein Neue Arbeit Neue Kultur bergische Region e.V. will mit einer Aktionswoche „Urban Gardening Wuppertal“  die Arbeit der Studenten, die neue Marke sowie die Vielfalt der Stadtgärten und der Menschen, die sich dort engagieren, sichtbarmachen. In einer Ausstellung werden die studentischen Arbeiten vom 07. bis 21. März in der Rathausgalerie präsentiert. Ein Rahmenprogramm mit Vorträgen und Exkursionen begleitet die Schau.

Am Mittwoch, den 11. März steht um 19:00 Uhr der Vortrag „Zwischen urbanem Garten und Supermarkt: die Ernährungswende beginnt in der Stadt“ mit Speiseräume-Autor Philipp Stierand auf dem Programm (Ort: Anadolu Wuppertal e.V., Markomannenstraße 3-5).

Gärten in Wuppertal.
Gärten in Wuppertal.

Die Konferenz „Agriculture in an Urbanizing Society” hat die multifunktionale Landwirtschaft und Stadt-Land-Beziehungen im Fokus. 2015 wird sie unter dem Motto „Reconnecting Agriculture and Food Chains to Social Needs”  vom 14. bis 17. September in Rom abgehalten.
„Developments go fast: there is a growing interest among people living in urban environments in the origin of our daily food and in the development of short, recognizable sustainable food chains. Moreover, we see a growing number of local initiatives of local food production in urbanized areas. Besides local food production for consumption, the focus of these initiatives is on the effects of growing local food on health aspects, social cohesion and education.”
In der langen Liste von geplanten Arbeitsgruppen sind einige mit durchaus städtischen Themen wie urbane Landwirtschaft oder die Verknüpfung von Planung und Ernährungssystem. Gerade wurde der Call for Abstracts veröffentlicht, bis zum 31. März wird um die Einsendung von Themenvorschlägen gebeten.

Small-scale aquaponic food production Integrated fish and plant farming
Small-scale aquaponic food production
Integrated fish and plant farming

Ein 300 Seiten Werk hat die FAO zum Thema „Lebensmittelproduktion mit Aquaponik im kleinen Maßstab” („Small-scale aquaponic food production” ) veröffentlicht. Das Buch – mit eindeutig technischen Schwerpunkt – beschreibt die grundsätzlichen Funktionen der Akuaponik, die Funktionsweise der Teilsysteme bis hin zu Berechnungsgrundlagen und der Beschreibung von möglichen Problemen und Lösungsansätzen.

„This technical paper discusses the three groups of living organisms (bacteria, plants and fish) that make up the aquaponic ecosystem. It presents management strategies and troubleshooting practices, as well as related topics, specifically highlighting the advantages and disadvantages of this method of food production. This publication discusses the main theoretical concepts of aquaponics, including the nitrogen cycle, the role of bacteria, and the concept of balancing an aquaponic unit. It considers water quality, testing and sourcing for aquaponics, as well as methods and theories of unit design, including the three main methods of aquaponic systems: media beds, nutrient film technique, and deep water culture.”

Die Tagesschau berichtet über das Wissenschaftsjahr 2015 und das diesjährige Motto: „Zukunftsstadt”. Im Fokus des Berichts steht dabei das Projekt Roof Water Farm der TU Berlin.

„Berlin-Kreuzberg, ein Hinterhof in der Bernburger Straße. Grit Bürgow richtet Pflanzenkübel her. Denn hier sollen in einem Gewächshaus bald Erdbeeren, Gemüse und Fische gezüchtet werden – unter den Augen der Wissenschaft. Das Wasser dafür kommt aus der Abwasser-Aufbereitungsanlage nebenan. Landwirtschaft mitten in Berlin. Die „Roof Water Farm” ist ein Pilotprojekt der Technischen Universität Berlin und weiterer Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft, gefördert mit Mitteln des Bundesforschungsministeriums.”

Die Zeitung „Die Welt” berichtet über den Verdrängungswettbewerb im Einzelhandel für Bio-Lebensmittel und über den erfolgreichen Kampf der selbstständigen Einzelhändler gegen Filialisten.

„Ketten wie Alnatura, Denn’s oder Basic rollen den Bioladen-Markt rücksichtslos auf. Viele kleine Anbieter schließen deshalb ihre Geschäfte. Doch einige Öko-Pioniere wehren sich erfolgreich.”

Als Beispiel für einen erfolgreichen inhabgeführten Naturkostladen dient u.a. Momo in Bonn.

„Der Beueler Bioladen ist ein Beispiel dafür, wie inhabergeführte Naturkost-Geschäfte der Expansion der Großen trotzen können: mit einer Mischung aus kaufmännischer Professionalität und Szene-Verbundenheit. Professioneller Pragmatismus ist etwa das Ausnutzen der Tatsache, dass vor der Tür ein Dutzend Kundenparkplätze zur Verfügung steht – auch Momo-Kunden haben schließlich Autos. Von Management-Expertise zeugen auch Entscheidungen wie vor elf Jahren, als der Umzug des Ladens ins einstige Beueler Kino forciert wurde, wo 600 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung stehen – statt 80 wie im alten Laden.”

Bis 2050 wird die Weltbevölkerung auf zehn Milliarden Menschen anwachsen. Doch wo soll die Nahrung für alle herkommen? Kann man Fleisch künstlich herstellen? Sind Insekten die neue Proteinquelle? Oder baut jeder bald seine eigene Nahrung an?

Regisseur, Bestseller-Autor und Food-Fighter Valentin Thurn sucht weltweit nach Lösungen. Auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage, wie wir verhindern können, dass die Menschheit durch die hemmungslose Ausbeutung knapper Ressourcen die Grundlage für ihre Ernährung zerstört, erkundet er die wichtigsten Grundlagen der Lebensmittelproduktion. Er spricht mit Machern aus den gegnerischen Lagern der industriellen und der bäuerlichen Landwirtschaft, trifft Biobauern und Nahrungs- mittelspekulanten, besucht Laborgärten und Fleischfabriken.

Ohne Anklage, aber mit Gespür für Verantwortung und Handlungsbedarf macht der Film klar, dass es nicht weitergehen kann wie bisher.

Preview am 18.02. im Cine World, Recklinghausen um 20:00 Uhr

Über den Einfluss der Verstädterung auf die Biodiversität ist wenig bekannt. In einer Studie über sechs Schweizer Städte haben zwei Forscherinnen der Universität Bern städtische und ländliche Biodiversität verglichen. Als Indikator dienten baumbewohnenden Insekten und Spinnen.

Das Ergebnis: Je nach Tiergruppe ist die Biodiversität, also die Anzahl der Arten, in der Stadt gleich hoch oder sogar höher als im intensiv genutzten Agrarland. „Dieses Ergebnis war auch für uns überraschend”, sagt Eva Knop. Die Resultate würden den negativen Einfluss der intensiven Agrarwirtschaft auf die Biodiversität zeigen. Dieser könne offensichtlich sogar grösser sein als der Einfluss der Verstädterung.

Die Ergebnisse der Studie zeigen jedoch auch, dass Stadt nicht gleich Stadt ist. Entscheidend für die Artenvielfalt auf den untersuchten Bäumen in der Stadt war die umgebende urbane Landschaft. Bäume, die innerhalb von 500 Metern von vielen Grünelementen umgeben waren, wiesen bei allen vier Tiergruppen eine signifikant höhere Artenzahl auf als Bäume, bei denen dies nicht der Fall war.

Der Ernährungswissenschaftler David Katz wurde für das Zeit Magazin zum Thema gesunde Ernährung interviewt: präzisse Fragen, erhellende Antworten. Lesenswert.

„Esst Gemüse, esst Obst, esst Vollkornprodukte, esst keine Fertigessen, und übertreibt’s nicht mit Zucker, Fleisch und Milchprodukten. Das war’s. So einfach ist es. Und morgen wird es immer noch wahr sein! Und nächste Woche auch.”

Vancouver hat 2013 eine Ernährungsstratgie erarbeitet und beschlossen – und konnte dabei auf eine über 10jährige Arbeit am Ernährungssystem durch Politik und Zivilgesellschaft aufbauen. In einem Video feiert die Stadt Vacouver jetzt ihr Foodsystem und die Ergebnisse der Ernährungspolitik. So kann Imagewerbung einer Stadt auch aussehen!

Das Hamburger Abendblatt berichete am 17.01.2014 über Hühnerhaltung in der Großstadt und hat alleine in Hamburg 900 private Hühnerbesitzer ausgemacht.  Doch lohnt sich das, wenn die Eier im Discounter 10 Cent kosten? Während der Wirtschaftsteil der Welt ökonomische Notwendigkeiten für urbane Landwirtschaft sieht, scheinen finanzielle Erwägungen für städtische Tierhalter nicht entscheidend zu sein.

„Für Stefan Kuna-Wagenhuber spielen wirtschaftliche Überlegungen bei seinen Hühnern keine Rolle. Ein Gewerbe könnte er mit den neuen Mitbewohnern nicht aufbauen. ‚Das Kosten-Nutzen-Verhältnis ist fragwürdig’ sagt der 38-Jährige, ‚aber wir freuen uns an den Tieren, und das ist ja auch ein Wert.’”

Die Hamburger Hühner selbst sind übrigens von ihrem Auftritt in der Presse richtig begeistert. Auf Stadtlandeier wird berichtet:

„Das Hamburger Abendblatt ist unseren Hühnern übrigens gut bekannt. Denn mit der Ausgabe vom Vortag legen wir täglich das Kotbrett aus. Das erleichtert das Säubern. Sagt das eine Huhn zum anderen: ‚Du, wir sind im Abendblatt’. Darauf das andere: ‚Drauf geschissen!’”

 

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