Ist es möglich eine ausreichend, gut, gesund und nachhaltige Ernährung für alle Menschen sicherzustellen?”, das ist die Leitfrage unter die sich die diesjährige Expo in Mailand stellt. Für ihre Finanzierung greift die Expo jedoch auch auf Sponsorengelder von Lebensmittelmultis zurück -- ein Widerspruch?

Ab dem 1. Mai will die Weltausstellung mit dem Titel „Feeding the Planet, Energy for Life“ antworten auf die großen Herausforderungen der Welternährung finden. In Erinnerung bleiben soll die Expo Mailand nicht durch monumentale Architektur sondern durch inhaltliche Beiträge zu dieser zentralen Frage der menschlichen Zivilsation. Insofern sieht sich die Expo eher als Diskussionforum den als klassische Austellung.

Der deutsche Pavillon versucht mit einem „Feld der Ideen” diese Leitidee aufzugreifen. Eine frei begehbare Fläche auf dem Austellungsgebäude soll die deutsche Kulturlandschaft symbolisieren: Der Pavillon soll an ein Stück ausgestochene deutsche Landschaft erinnern, die quasi in den Mailänder Nordwesten verpflanzt wurde.

„Der Deutsche Pavillon gibt den Besuchern der Expo 2015 Einblicke in neue und überraschende Lösungsansätze aus Deutschland für die Ernährung der Zukunft und lädt die Besucher ein, selbst aktiv zu werden. Dabei zeigt Deutschland  Landwirtschaft als einen starken, modernen Wirtschaftszweig, aber auch als Teil seiner besonderen Kulturlandschaft.”

Die Botschafter des deutschen Pavillons -- der selbst ohne Sponsoren auskommt -- sind Benjamin Adrion (Viva con Agua), Biobauer Josef Braun, Felix Finkbeiner,  Apfelbauer Eckart Brandt, Stadtimkerin Erika Mayr und Michael Schieferstein (FoodFighters).

Wie schwierig (oder unmöglich) es ist, mit einem monumentalen Veranstaltungsformat aus einem vergangenen Jahrhundert, Antworten auf moderne Fragen zu finden, zeigt sich spätestens bei der Auswahl der Sponsoren. Coca-Cola wird mit einem Pavillon vertreten sein, McDonalds wird ein Restaurant betreiben. Offizieller Eiscreme-Partner ist Algida (Unilever), ofizieller Wasserpartner ist San Pelligrino (Nestlé).  Die Schweiz lässt ihren Pavillion ebenfalls von Nestlé sponsern, Basel greift auf Gelder von Syngenta zurück. Firmen, deren Geschäftsmodelle und Produkte geradezu Symbole für die aktuellen Probleme unseres Ernährungssystems sind, sollen Raum bieten für die Diskussion nachhaltiger Zukunftslösungen? Wie war das noch mit dem Bock und dem Gärtner?