Kritischer Agrarbericht 2019 veröffentlicht

Traditionell zur Grünen Woche in Berlin erscheint der Kritische Agrarbericht, in 2019 mit dem Schwerpunkt „Landwirtschaft für Europa“. Der Bericht ist ein spannender Überblick über aktuelle agrarpolitische Themen und Diskussionen. Aus Speiseräume-Sicht sind besonders zwei Beiträge interessant:

„Netzwerke statt Säulen: Von der Gemeinsamen Agrarpolitik zur ganzheitlichen Ernährungspolitik von Ursula Hudson und Marianne Landzettel
„Essen ist ein landwirtschaftlicher Akt – doch die EU-Agrarpolitik betrifft nicht nur die rund 22 Millionen Landwirtinnen und Landwirte. Wie wir Nahrungsmittel herstellen, welche Form der Landwirtschaft wir fördern, hat konkrete Auswirkungen auf die Ernährung und Gesundheit von 500 Millionen EU-Bürgerinnen und Bürgern, auf die Umwelt, in der sie leben (auf Wasser-, Boden- und Luftqualität), auf die Strukturen im ländlichen Raum, auf soziale Strukturen und kulturelle Traditionen. Nachfolgender Beitrag fordert ein Umdenken und Umlenken hin zu einer ganzheitlichen Ernährungspolitik, die Netzwerke kleiner und mittelständischer Betriebe sowie solidarische Handelspartnerschaften unterstützt. Eine solche Politik kann nicht von Brüssel alleine kommen, sondern bedarf flankierend der Regional- und Lokalpolitik. Denn, was wir essen (und nicht mehr essen), ist auch ein politischer Akt.“

 

Eigeninitiative statt Unterversorgung, Dorfläden in Bürgerhand: Versorgung vor Ort und sozialer Treffpunkt“ von Günter Lühning
„Dorfläden werden »von Bürgern für Bürger« betrieben. Sie verstehen sich als Gegenbewegung zum Niedergang dörflicher Infrastrukturen und Versorgungsleistungen. Dank finanziellem und persönlichem Bürgerengagement gibt es in Deutschland inzwischen fast 300 dieser in Selbsthilfe betriebenen Dorfläden. Ihr Erfolg begründet sich darin, mehr zu tun als »nur Lebensmittel zu verkaufen«: Die neu entstandenen Läden sind zugleich (neuer) sozialer Treff- und Mittelpunkt des Dorfes. Ein Pionier dieser Entwicklung berichtet über die Anfänge »ihres« Dorfladens in Otersen / Niedersachsen und über das bundesdeutsche Netzwerk, das die Bewegung der Dorfläden zusammenhält und weiterentwickelt.“

Das Buch kann bestellt werden, alle Artikel stehen aber auch zum Download bereit.